Eventbericht

Kurse & Kongresse

29.03.22

Goldene Zeiten für Dental 4.0

6. CAD/CAM-Event von Schütz Dental

dd Redaktion

Unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Hygiene- und Sicherheitsstandards fand am 19. und 20. November 2021 das 6. CAD/CAM-Event in Kronberg statt. Erneut zeigte das Team von Schütz Dental seine Professionalität bei der Auswahl von aktuellen Themen und präsentierte sich als Netzwerkpartner mit Persönlichkeit und ausgeprägtem family & friends-Gedanken. Von den Besten profitieren, Wissenstransfer fördern und Innovationen für Dental 4.0 auf den Weg bringen – mit dieser Zielsetzung startete Michael Stock, Vertriebsleiter Schütz Dental, das Event.

„Dental 4.0 – Digitalisierung ist mehr als nur CAD/CAM und digitaler Workflow. Vielmehr gilt es, die digitalen Möglichkeiten in allen Bereichen zu nutzen – von der Betriebswirtschaft und Laborführung bis zur Kommunikation und Begeisterung Ihrer Kunden. Die Digitalisierung bietet Unternehmen in allen Größen die Chance, sich erfolgreich zu positionieren“, so Michael Stock. Und Schütz Dental hatte dafür ein profundes Fortbildungskonzept mit Teamvorträgen, Keynote-Speakern und erstmalig Table Clinics mit Experten aus CAD und CAM, Praxis und Labor sowie der Material- und Fotowelt eingerichtet. „Ziel ist, dass Sie nach zwei Tagen mit Ihrer persönlich erstellten Liste zurückfahren und Ihr Unternehmen noch erfolgreicher für die Zukunft gestalten“, so motivierte Michael Stock
(Abb. 1) die 150 Teilnehmer.

Zähne in der DNA
Frühzeitig und professionell die Nachfolge zur 5. Generation zu regeln – das ist Ztm. German Bärs ambitioniertes Ziel bei der Übergabe des Dentalstudios Sankt Augustin an seinen Sohn Ztm. Nikolas Bär (Abb. 2). In ihrem Teamvortrag stellten sie das langfristige und komplexe Nachfolgekonzept sowie die Zukunftsplanung des Labors vor. Das Nachfolgekonzept umfasst im Einzelnen: frühzeitige gemeinsame und partnerschaftliche Leitung des Labors, Anteile als Schenkung alle zehn Jahre übergeben, zur Altersvorsorge: Restübergabe auf Rentenbasis, Planung rechtlicher, steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Faktoren, offene Kommunikation an Mitarbeiter, Lieferanten, Banken, Industriepartner und Kunden, Einbeziehung aller Familienmitglieder und ein kooperativer Führungsstil mit Teambildungsmaßnahmen.
Zusammengefasst minimiert das von den beiden engagierten Zahntechnikermeistern bereits gelebte Nachfolgekonzept die Risiken der Vermögens- und Arbeitsplatzverluste. Das Zukunftskonzept für das Dentalstudio Sankt Augustin 4.0 setzt sich folgendermaßen zusammen: zukunftsorientierte Gestaltung der Aus- und Fortbildung, Verfolgung der zahntechnischen Standespolitik, Laborbau 2022: 900 qm Photovoltaik, CO2-neutraler Bau, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnung und Dachbegrünung, Schaffung von sechs E-Tankstellen, als attraktiver Arbeitgeber Wachstum und Digitalisierung fördern, ökologische Produktion und die Erhöhung der Attraktivität für Kunden.
Außerdem soll die Sehnsucht nach einem „human touch“ (menschliche Note) in einer von Anonymität und Elektronik geprägten Welt erfüllt werden. Insgesamt ein Plädoyer für die digitale Zahntechnik – damit begeisterten Vater und Sohn Bär und zeigten in ihrer Story, dass eine frühzeitige Nachfolgeregelung zu viel Enthusiasmus und Power bei allen Angestellten und Azubis führt.

IO-Scan – gekommen, um zu bleiben
Das integrierte digitale Gesamtkonzept von der Diagnostik über die Planung bis zur Therapie ist wesentlicher Bestandteil des Zahnzentrums Frechen. „Ich kann mir ein Leben ohne Digitalisierung, meinen Intraoralscanner und direkte Teamarbeit mit dem Zahntechniker nicht mehr vorstellen“, teilte Maximilian von Kleinsorgen dem Auditorium mit.
Im Zentrum des digitalen Workflows stehen der Intraoralscanner, Zahntechniker Florian Rübbeck und „the Beast“ (A.d.R.: humorvolle Bezeichnung der Fräsmaschine Tizian 5.2) (Abb. 3). Sein digitales Workflowkonzept im Team umfasst folgende Grundsätze: ohne Zahntechniker keine Behandlung, Zahnarzt und Zahntechniker arbeiten Hand in Hand und auf Augenhöhe, mit Wertschätzung und gegenseitigem Respekt. Außerdem sind digitales Know-how inhouse und große Serverkapazitäten für die Speicherung eigener Daten notwendig. Der Einsatz des Intraoralscanners erlaubt völlig modellfreies Arbeiten. Einsatzgebiet sind festsitzende Versorgungen, KFO und Implantate. Bei herausnehmbaren Versorgungen bietet sich die herkömmliche Abformtechnik an. Der Intraoralscan bildet die Grundlage für die Implantatplanung und das Designen vollanatomischer Kronen. Gescannt wird direkt nach der Präparation. Weiter werden immer ein Situ-Scan und ein Scan der Bisssituation angefertigt.
Sinnvoll ist der Einsatz eines Intraoralscans auch zur CAD/CAM-Herstellung des Langzeitprovisoriums und bei der Überpresstechnik. Das Intraoralscannen ist delegierbar und erhöht neben der Praxiseffizienz vor allem auch die Patientenzufriedenheit. Bei der Frage „Digital – was ist der Plan in Zukunft?“ sehen die beiden Referenten die Lösung in einem Intraoralscanner in HDR-Qualität (High Dynamic Range, gleichzeitige Aufnahme von drei Bildern) und dem 3D-Druck in Multicolor. Auf ihrem eigenen Videokanal Digital2Dental zeigt das Team Maximilian von Kleinsorgen und Florian Rübbeck in kurzweiligen und amüsanten Lernvideos, dass ihr Plan zur Digitalisierung funktioniert.

Service-Unternehmen des Zahnarztes
„Ganz klar sagen, wohin ich gehe“, lautete die Kernbotschaft von Dr. Michael Sachs an die Laborinhaber (Abb. 4). Er prognostizierte goldene Zeiten für die Dentalbranche, „wenn Sie als Laborinhaber Ihr Konzept mit Begeisterung leben.“

Status quo der Zahntechnik:

  • Mehr als 47 000 Zahntechniker in circa 7000 gewerblichen und 9000 Praxislaboren mit sehr unterschiedlichen Größen und Strukturen
  • Strukturänderungen in Praxen und Laboren
  • Zahnarzt- und Dentallaborketten sowie Laborvereinigungen entstehen mit unterschiedlichen Ausrichtungen
  • Der Anteil der über 50-jährigen selbstständigen Zahntechniker liegt schätzungsweise über dem mit 30 Prozent benannten Gesamtdurchschnitt aller Branchen
  • Mehr als 30 Prozent aller Dentallabore müssen sich altersbedingt auf die zukünftige Unternehmensausrichtung konzentrieren
  • 2020: 27,3 Milliarden Euro Ausgaben für Zahnmedizin, das bedeutet ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • 2020: 8 Milliarden Euro Ausgaben für Zahntechnik, das bedeutet ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • 2020: 5000 Euro Gesundheitsausgaben pro Einwohner

Markttrends:

  • Wir werden alles drucken können: Organnachbildung aus Collagen, Thema Organspende ist in zehn bis 15 Jahren obsolet
  • Technologie: Rapid-Manufacturing, Dental-Monitoring für Patienten
  • Material: 3D-Druck von Implantaten und Aufbauten aus Titan-Staub
  • Digitalisierung: Intraoralscanner mit zwei bis drei Versorgungsvorschläge aus KI
  • Vernetzung: Datentransfer, Elektronische Gesundheitsakte für interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Der Patient: Oral-Geriatrie: stärkere Fokussierung auf Best Agers und Seniorenzahnmedizin, Marketing verstärkt auf Patienten ausrichten, Patient entscheidet mit, wo sein Lächeln hergestellt wird, Angebote (HuK) via Internet

Herausforderungen:

  • Zahnarztketten, Praxislabore, Feminisierung, Chairside-Lösungen
  • Markt/Branche: Fachkräftemangel, Technologiewandel, MDR, Bürokratie, Wettbewerb und Nachfolgeregelungen
  • Tagesgeschäft: Zeit für das Wesentliche, Positionierung, Kundenstruktur, Mitarbeiter – wie viele Hüte trage ich?

Das motivierende Fazit von Dr. Michael Sachs lautete: „Lebenserfahrung einbringen, Begeisterung leben und in Visionen denken, damit haben Zahntechniker viele Möglichkeiten zur eigenen Positionierung. Nutzen Sie diese, vor allem auch in der veränderten Außendarstellung als Stütze und Service-Unternehmen für Ihre Partnerzahnärzte.“

Erfolg beginnt im Kopf
„Niemand gewinnt allein – du kannst es möglich machen!“, startete Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann (Abb. 5) seinen Inspirationsvortrag, der das Publikum 90 Minuten lang fesselte. Der Sportpsychologe betreut Spitzensportler und Olympioniken aus über 20 Sportarten. Ende 2004 erfolgte der Ruf von Jürgen Klinsmann und Hermann wurde Sportpsychologe der deutschen Fußballnationalmannschaft. Der absolute Höhepunkt folgte auch für ihn zehn Jahre später mit dem Titelgewinn bei der Fußball-WM in Brasilien. Was man von Spitzensportlern für sein eigenes Mindset übernehmen kann, fasste der Sportpsychologe zusammen: Seinem Herzen folgen, sich Ziele setzen, die man sich selbst zutraut. Er mahnte: Ohne mentale Vorbereitung werden Ziele nicht erreicht: Sportler gehen auch immer aus einem guten Training in ein Spiel. Wichtig seien außerdem Respekt gegenüber anderen, Prävention für den Erhalt der eigenen Gesundheit und das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen. Dementsprechend lauten seine Erfolgsprinzipien: Umgang mit der eigenen Energie, Regenerationsphasen einbauen, Akku aufladen und „Gegenwelt“ einrichten.
Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann stellte die Erfolgspyramide als Technik zur Teamentwicklung vor, mit der sich unter anderem die deutsche Fußballnationalmannschaft auf Länderspiele vorbereitet. Diese setzt sich zusammen aus der praktischen Unterstützung im Team, also Spirit, Leidenschaft, Inspiration, Motivation, Begeisterung, der fachliche Unterstützung, sprich Disziplin, Respekt, Teamgeist, Wachsamkeit für das Team, und der emotionalen Unterstützung, im Sinne von „jemandem ein Ohr schenken“. „Jeder Beitrag in jedem Unternehmen beziehungsweise Mannschaft ist wichtig“, deshalb ist eine gemeinsam erstellte Pyramide eine sehr gute Basis für den Teamauftritt, denn so sagte es der Nationaltrainer Hansi Flick: „Erfolg hat, wer andere erfolgreich macht!“ Mit dieser Botschaft beendete Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann den Inspirationsvortrag unter tosendem Applaus.

Table Clinics
Praxisnah mit vielen Tipps und Tricks gestaltete sich das neue Veranstaltungsformat der Table Clinics am Samstag. CAD- und CAM-, Material-, Dentist- und Lab-Experts gaben Einblick in ihre Fachgebiete und führten lebhafte Frage- und Diskussionsrunden. Die Materialexperten Holger Schönke und Laura Tilly informierten darüber, wie überlegt eingesetzte Materialien mit abgestimmten Frässtrategien den Nutzen eines CAD/CAM Systems erweitern. Schütz Dental bietet neben einem vollständigen Blanksortiment 168 optimierte und geprüfte Strategien. PMMA, Wachs und Zirkonoxid sind sich ergänzende Materialien. Fertigung einer Versorgung erfolgt zunächst in Wachs oder PMMA. Erst nach der Gerüstanprobe, der Prüfung von Biss und Ästhetik und entsprechender Modifikation erfolgt die definitive Fertigung. Dieses Vorgehen reduziert viele Stressfaktoren.
Die modernen Zirkonoxidwerkstoffe priti multicolor Translucent und priti perfect sind exakt abgestimmt auf die Anforderungen monolithischer Konstruktionen, so die Referenten. CAD-Experte Alexander Lochmann befasste sich mit der Konstruktion der digitalen Schnarcherschiene mit der exocad DentalCAD 3.0 Galway, dem Design einer Oberkieferschiene, der Herstellung im Fräs-/3D-Druckverfahren als feste PMMA-Schiene und der Schnittstellenfreiheit beim Import zusätzlicher Daten in der exocad DentalCAD. So lässt sich ein deutlicher Vorsprung bei der täglichen Konstruktionsarbeit erzielen.
CAD-Experte Matthias Zimmerer gab Tipps und Tricks für CAD-Konstruktionen mit dem Blick über den dentalen Tellerrand hinaus. Er sprach über das „Daily Business“ mit der exocad DentalCAD Galway und den Weg zur voll digitalen Interimsprothese. „Provisorisch gut – exocad als Arbeitstier für den Alltag“ lautete ein weiteres Thema des Referenten. CAM-Experte Andi Ahlers stellte das Upgrade von Tizian CAM Pro V 3.0 zu V 4.4 vor. Er befasste sich mit den Themen „Multithreading – Berechnung und gleichzeitiges Arbeiten mit der Software“ und mit dem „perfekten Nesting mit optimierter Rohlingsauswahl“ für die jeweiligen Jobs. Die „Dentist-Experts“ Dr. Nadine Buchholz und Carsten Leimeister sprachen über digital basierte Kiefergelenksregistrierung und Intraoralscans im Praxis- und Laboralltag. Sie erklärten den Terminablauf in der Praxis und die Durchführung in der Software. Ihre Ziel sind voll digitale individuelle Versorgungen, die passen, und modellfreie Schienen ohne Einartikulieren und physisches Modell, aber mit voller Funktion. Weiter befassten sie sich mit der digitalen Transformation in der Praxis.
Sie sammeln Informationen, beispielsweise zu den Zähnen und zum Gesicht mit einer Face Scan App, zur Funktion, ebenso die Wünsche des Patienten, und digitalisieren diese für das Labor. Für Taktil-Experte Sascha Greiner (Abb. 6) ist „taktil kein Schritt zu viel auf dem Weg zur perfekten Doppelkrone im digitalen Bereich“. Er schärfte das Verständnis für die Unterschiede zwischen optischen und taktilen Scans und erklärte die Anwendung sowie das Datenmatching. Schließlich ging es um die Einstellung und das Finetuning der Parameter für die erfolgreiche Gestaltung von digital gefertigten Teleskopen.
Die „Lab-Experts“ Jochen Peters und Silvio Dornieden sehen ein „analoges Verständnis als Voraussetzung für einen optimalen digitalen Workflow“ an. Die entscheidenden
Weichenstellungen erfolgen in der Praxis durch funktionsgerechte Präparationen, Bisse und Provisorien.
Wesentlich sei dabei die Einbindung der Zahnbibliothek von Jochen Peters in die Tizian Creativ RT, was dafür sorgt, dass das digitale, funktionelle Okklusionskonzept nach Peters umgesetzt werden kann. Nach wie vor wichtig sind seine Kenntnisse zu den Bereichen Funktion, Dysfunktion, Parafunktion zur Vermeidung von Frakturen im Front- und Seitenzahnbereich sowie zur Minimierung von Einschleifmaßnahmen in Praxis und Labor (Abb. 7).
Foto-Expertin Kirsten von Bukowski sieht in aussagekräftigen Bildern die Möglichkeit, die Kommunikation der Praxis mit dem Labor zu erleichtern und Patientenfälle besser dokumentieren zu können. Sie erklärte, mit welchen Einstellungen an der Kamera man scharfe Fotos – von Zahn 1 bis 7 – erhält und wie sich damit hochwertiger Content für Social Media erstellen lässt.
Claudia Gabbert

Kontakt
Schütz Dental GmbH
Dieselstr. 5-6
61191 Rosbach
Fon +49 6003 814-0
Fax +49 6003 814-906
info@schuetz-dental.de
www.schuetz-dental.de
Bildrechte
© Schütz Dental

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Stabile, reproduzierbare Okklusion und gelungene Ästhetik – Modul A am 14./15.10.2022


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