Fachbeitrag

Marketing & Laborführung

22.11.22

Patienten heute – eine Chance fürs Labor

Sensibilisierung für Gesundheit im Allgemeinen – speziell für Zahngesundheit

Christian Ehrensberger

In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben sich aus den bekannten Gründen viele Menschen stärker mit dem Thema Gesundheit auseinandergesetzt. Diesen Schwung gilt es zu nutzen – gerade in der Zahntechnik. Die Gelegenheit für eine Initialzündung bietet die 40. Internationale Dental-Schau (IDS), 14. bis 18. März 2023, in Köln.

Denn bei den Patienten läuft eine gedankliche Kettenreaktion ab: Die eigene körperliche Gesundheit und mögliche Beeinträchtigungen für sie werden generell deutlicher empfunden. Umso mehr schätzt man das Gefühl: „Ich gehe mit mir selbst gut um und tue alles, um meine Gesundheit aufrecht zu erhalten und möglicherweise sogar noch Lebensqualität zu gewinnen.“

Interesse an Gesundheitsfragen, speziell: Mundgesundheit
So hat sich in jüngster Zeit das Interesse breiter Bevölkerungsschichten an Ernährungsfragen, Bewegung, Sport und Medizin gesteigert. Dies alles ist in den Köpfen verankert. Die Patienten machen sich darüber vermehrt Gedanken. Das betrifft eine grundlegende körperliche Fitness ebenso wie das professionelle Management bekannter Erkrankungen oder „Schwachstellen“ des eigenen Körpers. Dabei rückt die Zahnmedizin besonders stark in den Mittelpunkt. Denn mit dem gesteigerten Interesse für Gesundheit hat sich auch die enge Verbindung zwischen Mundgesundheit und Allgemeingesundheit – salopp gesagt – herumgesprochen. Ein Beispiel sind die bekannten Wechselbeziehungen zwischen Parodontalerkrankungen und Diabetes. Kurz: Wer sich generell stärker um seine Gesundheit kümmert, der denkt jetzt vermehrt auch speziell an seine Zahngesundheit.

Form, Farbe und Funktion
Wertschätzung der eigenen Gesundheit, Interesse an Ernährung, Bewegung und Sport, zunehmender Fokus speziell auch auf die Zahngesundheit – diesen Schwung gilt es aufzunehmen. Dies betrifft Praxen und besonders Laboratorien. Dem Patienten ist stärker als je zuvor bewusst, dass er zahntechnische Restaurationen braucht, die funktionell nichts zu wünschen übrig lassen. Sie müssen darüber hinaus einfach reinigungsfähig sein, auch im gingivalen Bereich. Denn gerade hier entscheidet sich die langfristige Gesunderhaltung des Parodonts mit allen Auswirkungen auch auf die Allgemeingesundheit (zum Beispiel Diabetes).
So wird der Patient von heute großen Wert auf hochwertige Prothetik legen. Dies führt ihn über die funktionelle Eignung, eine formschlüssige Passung und gute Reinigungsfähigkeit noch einen Schritt weiter: „wenn schon hochwertig, dann auch ästhetisch ansprechend“. Darum sind insgesamt die klassischen zahntechnischen Tugenden Form, Farbe und Funktion gefragt, aktuell mehr denn je (Abb. 1 bis 3). Der Zahntechniker nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, denn er dürfte das prothetische Resultat von Anfang an am besten vor Augen haben und kann dem Zahnarzt und seinen Patienten geeignete Vorschläge machen. Beispiel Material: Als Werkstoffexperte verfügt der Zahntechniker über ein profundes Wissen, was die Stärken von Legierungen, Strukturkeramiken, Glaskeramiken und Kunststoffen angeht. So wird er zum Beispiel in puncto Ästhetik fein differenziert dabei helfen, eine höhere Transparenz gegen die Festigkeitseigenschaften von Keramiken abzuwägen. Auch wird er an erster Stelle darstellen, in welchen Bereichen eine Verblendung zu empfehlen ist und wo vielleicht auch ein monolithisch verwendeter Multilayer die gewünschte zahnähnliche Wirkung entfaltet. Speziell in der Implantologie stellt die strukturierte Zusammenarbeit zwischen Prothetiker, Implantologe und Zahntechniker eine erfolgsentscheidende Voraussetzung dar. Mit dem demographischen Wandel und der zunehmenden Wertschätzung von Top-Ergebnissen durch die Patienten ist in diesem Bereich gerade die Expertise des Zahntechnikers tendenziell stärker gefragt. Eine von Anfang an gemeinsam geplante Therapie führt im Ergebnis zu periimplantitisvermeidenden Suprastrukturen mit „dichten“ Übergängen, zu einer stabilen Okklusion und zu einer optimalen Krafteinleitung in den Knochen.

Medizinisch und ökonomisch eine Chance
Für das Labor bergen diese Entwicklungen die Chance, Patienten häufiger für eine hochwertigere Versorgung zu motivieren. Das ist medizinisch ein Plus, sorgt für eine lange Tragedauer und für eine optisch ansprechende Erscheinung. Dies stellt für das Labor auch eine ökonomische Chance dar. Zwar muss es nicht immer die aufwendigste prothetische Restauration sein. Aber so mancher Patient, der auf sein Erscheinungsbild Wert legt, wird selbst bei „gedeckeltem“ Budget statt der monolithischen Brücke von 24 auf 26 die zumindest im sichtbaren Bereich verblendete Alternative bevorzugen.

100 Jahre IDS – ein Grund mehr, dabei zu sein
Die Dentalindustrie unterstützt die zahntechnischen Labore gerade bei ästhetisch und finanziell feinabgestuften Angeboten mit Werkstoffinnovationen und moderner Technologie. Der neuste Stand der Technik lässt sich so umfassend wie nirgendwo sonst auf der 40. Internationalen Dental-Schau 2023, 14. bis 18. März in Köln in Augenschein nehmen. Darum fallen hier traditionell zukunftsträchtige Entscheidungen und wichtige Weichenstellungen für das eigene Labor. Das Wörtchen „traditionell“ bekommt diesmal eine besondere Bedeutung, denn auf der 40. IDS feiern alle Teilnehmer gleichzeitig „100 Jahre Internationale Dental-Schau“. Der besondere Anlass ist ein guter Grund mehr, dabei zu sein.

Christian Ehrensberger

Fortbildung

Curriculum Funktionsdiagnostik

Stabile, reproduzierbare Okklusion und gelungene Ästhetik – Modul A am 14./15.10.2022


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